CRM, ERP oder Insellösungen: Was kleine Dienstleistungsbetriebe wirklich brauchen
Drei Werkzeuge, drei Verträge, drei Datentöpfe - oder ein System. Ein Vergleich mit Listenpreisen und Rechenbeispielen, vom Einzelunternehmen bis zum Team von dreissig.
Stand: 26. August 2026
Es kommt nicht auf die Betriebsgrösse an. Es kommt darauf an, ob die Kette zusammenhängt: Lead, Angebot, Stunden, Rechnung, Marge. Wer diese fünf Schritte in fünf getrennten Werkzeugen führt, überträgt Daten von Hand und weiss am Ende trotzdem nicht, was verdient wurde.
Das Problem hat der Einzelunternehmer genauso wie der Betrieb mit dreissig Leuten. Beim Einzelunternehmer trifft es sogar härter, weil niemand da ist, der es auffängt.
Im Folgenden: was die Kategorien unterscheidet, was beide Wege kosten, und für wen welcher passt.
Was ist der Unterschied zwischen CRM, ERP und Buchhaltungssoftware?
CRM verwaltet Kundenbeziehungen: Kontakte, Leads, Verkaufschancen, Kommunikation. Es endet, wenn der Auftrag zustande kommt.
Buchhaltungssoftware beginnt bei der Rechnung: Belege, Zahlungen, Steuervoranmeldung, Übergabe an den Steuerberater. Sie interessiert sich nicht dafür, wie der Auftrag entstanden ist.
ERP verbindet beides und alles dazwischen: Angebot, Auftrag, Ressourcen, Zeit, Material, Rechnung, Auswertung. Der Begriff stammt aus der Industrie und trägt deshalb den Ruf, gross und teuer zu sein. Für kleine Dienstleistungsbetriebe muss er das nicht.
Zeiterfassung und Personalverwaltung stehen bei vielen Betrieben als vierte und fünfte Insel daneben.
Zwischen diesen Kategorien liegt eine Lücke, in die die meisten kleinen Dienstleistungsbetriebe fallen. Sie brauchen die Kette vom Lead bis zur Marge, aber weder Lagerwirtschaft noch Produktionsplanung. Für diese Lücke ist Pulse gebaut.
Lohnt sich ein System schon für Einzelunternehmer?
Ja, und zwar früher als für grössere Betriebe.
Wer allein arbeitet, hat keine Kollegin, die im CRM nachschaut, und keine Buchhaltung, die den Beleg findet. Was zwischen den Systemen verlorengeht, ist endgültig weg. Jede Stunde fürs Übertragen und Nachschlagen zahlt niemand. Bei einem Einzelunternehmen ist Arbeitszeit nicht ein Kostenblock, sondern der einzige.
Die Rechnung für eine Person, veröffentlichte Listenpreise Stand August 2026:
| Zweck | Insellösung | Pro Monat |
|---|---|---|
| CRM | HubSpot Sales Hub Professional | ca. 90,00 € |
| Rechnungsstellung | sevdesk Rechnung, Monatsabo | 11,90 € |
| Zeiterfassung | Clockify Standard | ca. 5,00 € |
| Angebote, Projekte, Nachkalkulation | Tabellenkalkulation | 0,00 € |
| Summe | drei Anmeldungen | ca. 106,90 € |
| Alles davon in einem System | Pulse S | 80,00 € |
Rund 27 Euro günstiger. Und dabei stehen Angebote, Projekte und Nachkalkulation in der Insellösung immer noch in der Tabellenkalkulation, während Pulse sie mitbringt.
Der grössere Posten steht in keiner Preisliste: die Zeit für die Übergaben. Bei einem internen Kostensatz von 63 Euro kostet eine halbe Stunde im Monat rund 32 Euro. Wer Daten zwischen drei Anmeldungen überträgt, Belege sucht und Stundenlisten für die Rechnung zusammenstellt, liegt schnell darüber. Allein das übersteigt den Preisunterschied.
Die Tabellenkalkulation in Zeile vier kostet zwar nichts, liefert aber auch keine Nachkalkulation. Wer wissen will, was ein Auftrag abgeworfen hat, rechnet ihn von Hand nach. Oder gar nicht.
Nun gibt es HubSpot auch kostenlos. Mit dem freien CRM sinkt die Insellösung auf rund 17 Euro im Monat, der Abstand zu Pulse wird also grösser statt kleiner.
Nur endet der freie Tarif dort, wo Vertriebsarbeit anfängt: kein ernstzunehmendes Berichtswesen, begrenzte Kontaktzahl, kein E-Mail-Tracking. Wer diese Funktionen braucht, zahlt bei HubSpot ab rund 90 Euro pro Nutzer und Monat. Der Sprung geht also nicht schrittweise nach oben, sondern von null direkt über einen vollen Pulse-Tarif hinaus. Und HubSpot speichert in den USA.
Wer mit dem freien CRM auskommt und keine Nachkalkulation braucht, fährt damit günstiger. Das ist eine legitime Entscheidung, und sie hält so lange, wie beides zutrifft.
Ein Punkt lässt sich ohnehin nicht in Euro ausdrücken: Wer allein arbeitet, wächst irgendwann. Beim ersten Mitarbeitenden ist die Frage dann nicht mehr, welches System, sondern nur noch welcher Tarif.
Wann reicht ein CRM und wann braucht man mehr?
Ein CRM reicht, wenn Ihre Leistung standardisiert ist, jede Rechnung wie die vorherige aussieht und niemand nachrechnen muss, ob ein einzelner Auftrag Geld verdient hat. Typisch für Handel und stark wiederkehrende Dienstleistung.
Ein zusammenhängendes System lohnt sich, sobald drei Bedingungen zusammenkommen:
Sie arbeiten in Projekten mit unterschiedlichem Umfang. Ihre Kosten bestehen überwiegend aus Arbeitszeit. Und Sie können heute nicht sagen, welches Ihrer letzten fünf Projekte am meisten abgeworfen hat.
Trifft alles drei zu, ist die Frage nicht mehr, ob sich ein System lohnt, sondern nur noch welches.
Was kostet eine Landschaft aus Insellösungen wirklich?
Die naheliegende Rechnung sind die Lizenzen. Nehmen wir einen Betrieb mit 15 Mitarbeitenden und die veröffentlichten Listenpreise, Stand August 2026:
| Zweck | Werkzeug | Preis pro Monat |
|---|---|---|
| CRM | HubSpot Sales Hub Professional, ca. 90 € je Platz | 1.350,00 € |
| Rechnungsstellung | sevdesk Rechnung, je Betrieb | 11,90 € |
| Zeiterfassung | Clockify Standard, ca. 5,49 $ je Nutzer | ca. 75,00 € |
| Personalverwaltung | Personio, nennt keine Preise; Vergleichsportale nennen für kleine Betriebe rund | 99,00 € |
| Angebote, Projekte, Nachkalkulation | nicht abgedeckt | - |
| Summe | vier Verträge | ca. 1.536 € |
In der vorletzten Zeile steht der eigentliche Befund: Angebote, Projektsteuerung und Nachkalkulation deckt diese Landschaft gar nicht ab. Dafür braucht es entweder ein weiteres Werkzeug oder wieder die Tabellenkalkulation.
Dazu kommen die Posten, die in keiner Preisliste stehen:
Add-ons. Bei Pipedrive werden Funktionen wie LeadBooster ab 32,50 Euro, Campaigns ab 13,33 Euro und Web Visitors ab 41 Euro monatlich separat berechnet.
Vertragsbindung. Personio arbeitet mit zwölf Monaten Mindestlaufzeit plus einmaliger Implementierungsgebühr. Wer die Kündigungsfrist verpasst, ist ein weiteres Jahr gebunden.
Datenstandort. HubSpot speichert in den USA. Ob das stört, muss jeder selbst entscheiden - für ein Treuhandbüro mit Mandantendaten oder eine Beratung mit Personaldaten ihrer Kunden ist es meistens ein Thema.
Die Übergaben. Der Lead steht im CRM, das Angebot in Word, die Stunden in einer Tabelle, die Rechnung im Buchhaltungsprogramm. Jeder Übergang ist Handarbeit, und jede Handarbeit ist eine Fehlerquelle. Wer wissen will, ob ein Projekt sich gelohnt hat, muss Daten aus drei Systemen zusammensuchen. Und tut es deshalb nicht.
Was kostet Pulse im Vergleich?
Pulse rechnet nicht pro Kopf, sondern pro Betrieb. Das ist der entscheidende Unterschied.
| Tarif | Enthaltene Nutzer | Preis pro Monat |
|---|---|---|
| S | 1 | 80 € |
| M | 3 | 150 € |
| L | 15 | 250 € |
| jeder weitere Nutzer | - | 2,99 € |
In allen Tarifen enthalten: CRM und Lead-Pipeline, Angebote, Projekte, Zeiterfassung, Ausgangs- und Eingangsrechnungen, Nachkalkulation, Personalverwaltung, Ressourcenplanung. Keine Modulaufpreise, keine Zusatzpakete.
Der direkte Vergleich für 15 Mitarbeitende, nur auf die CRM-Funktion bezogen:
| Insellösungen | Pulse L | |
|---|---|---|
| Pro Monat | ca. 1.536 € | 250 € |
| Pro Jahr | ca. 18.431 € | 3.000 € |
| Verträge | vier | einer |
| Nachkalkulation | nicht enthalten | enthalten |
Das sind rund 15.430 Euro Unterschied im Jahr, und dazu eine Auswertung, die es vorher gar nicht gab.
Beim Wachstum verstärkt sich der Effekt. Von 15 auf 20 Mitarbeitende steigt HubSpot Sales Hub Professional von 1.350 auf 1.800 Euro monatlich. Pulse steigt von 250 auf 264,95 Euro, also um fünf Nutzer zu 2,99.
Wer wächst, zahlt bei Werkzeugen mit Kopfpreis jede Einstellung doppelt: einmal das Gehalt, einmal die Lizenz. Bei drei Systemen dreifach.
Pipedrive und HubSpot sind spezialisierte Vertriebswerkzeuge und können im CRM Dinge, die Pulse nicht abbildet: ausgefeilte E-Mail-Automatisierung etwa, oder Lead-Scoring. Wer ein reines Vertriebsteam steuert, ist dort richtig. Der Vergleich oben gilt für Betriebe, die verkaufen und liefern und abrechnen.
Für wen ist Pulse die richtige Wahl?
Konkret für Betriebe, auf die dieses Bild zutrifft:
Ein bis dreissig Mitarbeitende in Dienstleistung, Handwerk, Beratung oder Planung, vom Einzelunternehmen an.
Projektgeschäft, bei dem sich Umfang und Aufwand zwischen den Aufträgen unterscheiden.
Arbeitszeit als Hauptkostenblock: Sie verkaufen Können, nicht Ware.
Der Wunsch, nach jedem Projekt zu wissen, was übrig blieb, ohne dafür Daten aus drei Systemen zusammenzutragen.
Datenhaltung in Europa als Anforderung, nicht als Wunsch. Pulse läuft in Frankfurt, betrieben von einem Schweizer Anbieter, mit Auftragsbearbeitungsvertrag und vollständiger Subprozessorenliste.
Worauf Pulse ausgelegt ist
Pulse ist für Betriebe gebaut, deren Leistung aus Arbeitszeit besteht. Der gesamte Funktionsumfang folgt dieser Kette: von der Anfrage über Angebot, Projekt und erfasste Stunden bis zur Rechnung und zur Marge.
Was ausserhalb dieser Kette liegt, deckt Pulse heute nicht ab: Warenwirtschaft mit Lagerbeständen und Fertigungsplanung mit Stücklisten. Auch die Lohnabrechnung selbst nicht. Personaldaten, Abwesenheiten und Zeiten verwaltet Pulse, die Abrechnung läuft weiterhin über Steuerberater oder Lohnbüro, so wie bei den meisten Betrieben dieser Grösse ohnehin.
Wer Ware ein- und verkauft oder produziert, findet anderswo das passendere Werkzeug. Wer Dienstleistung verkauft, findet in Pulse alles, was die Kette braucht.
Welches System passt zu welchem Fall?
Sie arbeiten allein und brauchen vor allem Rechnungen und Belegablage. Ein Buchhaltungswerkzeug wie sevdesk oder Lexware Office reicht. Ein CRM brauchen Sie noch nicht.
Sie verkaufen, liefern aber nicht selbst. Pipedrive für den schlanken Einstieg, HubSpot, wenn Automatisierung und Berichtswesen zählen.
Sie handeln mit Ware oder produzieren. Eine Warenwirtschaft mit Lagerführung. Pulse deckt das nicht ab.
Sie brauchen Lohnabrechnung im selben System. Lexware Office mit Lohnmodul, oder Personio, wenn Personalprozesse den Schwerpunkt bilden.
Sie arbeiten in Projekten, verkaufen Arbeitszeit, wollen nach jedem Auftrag wissen, was übrig blieb, und Ihre Daten sollen in Europa liegen. Pulse. Dafür ist es gebaut.
Wie trifft man die Entscheidung?
Rechnen Sie die tatsächlichen Gesamtkosten, nicht die Lizenzpreise. Zählen Sie alle Werkzeuge zusammen, die heute in der Kette stecken, inklusive Add-ons. Addieren Sie die Zeit, die monatlich für Übertragungen zwischen ihnen draufgeht, zu Ihrem internen Kostensatz.
Prüfen Sie die Vertragsbindung, bevor Sie den Preis vergleichen. Zwölf Monate Mindestlaufzeit plus Implementierungsgebühr sind ein anderes Angebot als ein monatlich kündbares Abonnement, auch bei gleichem Monatspreis.
Testen Sie mit echten Daten, nicht mit Beispieldaten. Nehmen Sie ein abgeschlossenes Projekt und bilden Sie es vollständig ab: Angebot, Stunden, Belege, Rechnung. Danach wissen Sie, ob die Kette trägt.
Fragen Sie, was passiert, wenn Sie gehen wollen. Exportierbarkeit ist kein Nebenthema. Ein System, aus dem Sie Ihre Daten nicht vollständig herausbekommen, ist teurer als jeder Monatspreis. In Pulse lässt sich jede Liste als CSV exportieren.
Alle genannten Fremdpreise sind veröffentlichte Listenpreise, Stand August 2026, netto, und können sich ändern. Personio veröffentlicht keine Listenpreise; die genannte Grössenordnung stammt von öffentlich zugänglichen Vergleichsportalen und ist eine Näherung. Clockify-Preise in US-Dollar, hier näherungsweise umgerechnet. Prüfen Sie Preise vor einer Entscheidung beim jeweiligen Anbieter.